
Präsenz
Du spürst, ob jemand wirklich da ist.
Oft lange bevor ein Wort gesprochen wurde.
In einem Blick. Einer Stimme. Einer Haltung. In der Art, wie jemand einen Raum betritt, zuhört oder einfach still dasitzt.
Präsenz ist schwer zu greifen – und gleichzeitig ziemlich deutlich wahrnehmbar.
Sie hat etwas mit Aufmerksamkeit zu tun. Mit Körper. Mit Energie. Mit Klarheit. Vielleicht auch mit dem, was wir Charisma oder Ausstrahlung nennen.
Aber Präsenz ist für mich keine Show.
Im Gegenteil.
Je weniger ich darstellen muss, desto mehr kann von mir tatsächlich da sein.
Kinder zeigen uns das oft noch selbstverständlich. Sie spielen, staunen, lachen, weinen, sind neugierig – und verschwenden normalerweise keinen Gedanken daran, wie sie dabei wirken.
Dann beginnt das Leben.
Erwartungen. Rollen. Anpassung. Verletzungen. Angst. Funktionieren.
Wir lernen, uns zu beobachten, statt einfach da zu sein. Wir überlegen, wie wir wirken. Was andere brauchen. Was richtig wäre. Was man von uns erwartet.
Und manchmal verlieren wir dabei etwas von dieser ursprünglichen Selbstverständlichkeit.
Präsenz kann aber zurückkommen.
Manchmal langsam. Manchmal in einzelnen Momenten. Und manchmal merken wir erst durch eine Krise, wie weit wir uns von uns selbst entfernt haben.
Ich kenne auch das.
Man kann bereits vieles gelernt, verstanden und gelebt haben – und trotzdem durch Lebensereignisse wieder ordentlich aus der eigenen Mitte fliegen.
Das macht Präsenz für mich so spannend:
Sie ist kein erreichter Zustand. Sie ist ein immer neues Ankommen.
Bei mir.
In meinem Körper.
In meiner Wahrnehmung.
Bei meinem Gegenüber.
In diesem Moment.
Nicht beeindruckender werden.
Nicht lauter werden.
Mehr da sein.
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