Walter Rizek sitzend und mit der linken Hand den Kopf stützend

Mei Lem & meine Gschichtln

Des Leben schreibt die besten Gschichtln.

Leider fragt es vorher selten, ob einem der Plot gerade passt.

Ich habe geliebt, gelacht, aufgebaut, verloren, mich verrannt, neu angefangen und gelegentlich ziemlich überzeugend geglaubt, ich hätte jetzt endlich verstanden, wie der Hase läuft.

Jo eh.

Manches war wunderschön.
Manches richtig scheiße.
Und manches war beides gleichzeitig.

Von Menschen und Begegnungen. Von Familie, Beziehungen, Liebe und Trennung. Von Wien, Salzburg, Griechenland und den Orten dazwischen. Von Entscheidungen, Umwegen, Bauchflecken, Erkenntnissen und diesen eigenartigen Momenten, in denen das Leben plötzlich einen Zusammenhang sichtbar macht, den man vorher einfach nicht gesehen hat.

Nicht als Heldengeschichte.

Und schon gar nicht als Beweis dafür, dass ich inzwischen alles durchschaut hätte.

Ich schreibe aus dem Leben heraus. So, wie es sich mir im jeweiligen Moment gezeigt hat.

Meine alten Geschichten müssen nicht zu meinem heutigen Ich passen. Sie zeigen den Weg dorthin.

Manches würde ich heute anders erzählen.
Manches anders einordnen.
Und manches wahrscheinlich genauso wieder schreiben.

Ich muss meine Vergangenheit nicht nachträglich korrigieren, damit sie zu meinem heutigen Leben passt.

Sie war echt. Ich war echt. Und ich habe mich verändert.

Darum darf hier alles nebeneinander stehen: Erkenntnis und Irrtum. Tiefe und Schmäh. Bauchfleck und Aufstehen. Der Walter von damals und der Walter von heute.

Denn bei allen Geschichten kann ich durchaus sagen:

Ja, scheiße. So woar’s.

Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb:

I bin i.

Das hier ist mein Leben. Meine Wahrnehmung. Meine Gschichtln.

Ois echt. Ois Walter.