Die duale Seele & Herzspiegel No. 16

Blog Die duale Seele & Herzspiegel No. 16 - Zwei Hände die eine lenkende/kontrollieren Bewegung machen

Co-Abhängigkeit zeigt sich in Kontrolle –
auch wenn du sie Liebe nennst

Ich habe nicht kontrolliert.

Wirklich nicht.

Ich habe nur mitgedacht.
Vorausgeschaut.
Gespürt, was kommt.

Und entsprechend gehandelt.


Ich wusste einfach,
was zu tun ist.

Was sinnvoll ist.
Was jetzt dran ist.
Was der andere braucht.

Ich habe gelenkt.

Nicht sichtbar.
Nicht laut.

Aber konstant.


Und ganz ehrlich?

👉 Wenn ich lenke, habe ich es im Griff.
👉 Wenn ich lenke, bin ich der Gestalter.


Ich hätte nie gesagt,
dass ich kontrolliere.

Das waren immer die anderen.


Telefon mitten in der Nacht.
Hotelzimmer.

Ich hebe ab.

Niemand dran.

Natürlich war jemand dran.

Kontrolle.


Nicht erreichbar?
Problem.

Nicht auffindbar?
Problem.

Nicht greifbar?
Riesiges Problem.


Ich habe das gesehen.
Ich habe es gespürt.
Ich habe es verurteilt.


Und gleichzeitig…

habe ich begonnen,
mein eigenes System aufzubauen.


Ich habe nichts überprüft.

Ich bin niemandem nachgelaufen.

Ich habe nur…

👉 wissen wollen
👉 verstehen wollen
👉 Überblick haben wollen


Ich habe Offenheit eingefordert.

Alles erzählen.
Alles teilen.
Alles transparent.


Nicht, weil ich neugierig war.

Sondern weil ich Ruhe wollte.


Weil ich wissen wollte:

👉 Wo bist du?
👉 Was machst du?
👉 Was passiert gerade?


Und wenn ich es nicht wusste?

Dann kam Unruhe.

Dann kam Spannung.

Dann kam dieses Ziehen im Körper.


Ich konnte nicht schlafen.

Nicht, weil etwas passiert ist.

Sondern weil ich es nicht wusste.


Und genau da habe ich es verstanden:

Ich kontrolliere nicht den anderen.

Ich versuche,
mein eigenes Chaos zu kontrollieren.


Und dann kam die nächste Ebene.

Moderner.
Leiser.
Gefährlicher.


Handy.


Wann war sie online?
Hat sie meine Nachricht gelesen?
Warum keine Antwort?


Ich wusste,
dass ich eine Benachrichtigung bekomme.

Und trotzdem habe ich nachgeschaut.

Immer wieder.


Nicht, weil ich es musste.

Sondern weil ich es wollte.


Kontrolle.


Getarnt als Interesse.

Getarnt als Nähe.

Getarnt als Verbindung.


Ich habe nicht vertraut.

Ich habe überprüft.


Und das Verrückte?

Ich hätte jederzeit sagen können:

👉 „Ich vertraue dir.“

Und gleichzeitig…

habe ich kontrolliert.


Das eine hat das andere nicht ausgeschlossen.


Kontrolle ist nicht laut.

Kontrolle ist subtil.


Sie zeigt sich in Sätzen wie:

👉 „Ich will es nur verstehen.“
👉 „Ich denke halt mit.“
👉 „Ich meine es ja nur gut.“


Bullshit.


Kontrolle hat nichts mit Liebe zu tun.

Kontrolle hat mit Angst zu tun.


Angst vor:

👉 Kontrollverlust
👉 Chaos
👉 Ungewissheit
👉 Verletzung


Ich habe versucht,
alles im Griff zu haben.

Damit ich nicht überrascht werde.

Damit ich nicht verletzt werde.

Damit ich vorbereitet bin.


Das Problem ist nur:

👉 Leben lässt sich nicht kontrollieren.
👉 Menschen schon gar nicht.


Und Beziehungen?

Schon überhaupt nicht.


Ich habe unglaublich viel Energie verbraucht.

Beobachtet.
Gedacht.
Analysiert.
Gelenkt.


Und dabei…

mein eigenes Leben verpasst.


Bis ich aufgehört habe.


Nicht, weil ich plötzlich vertraut habe.

Sondern weil ich erkannt habe:

👉 Kontrolle bringt mir keine Sicherheit.
👉 Sie hält mich nur in Spannung.


Heute merke ich es sofort.

Wenn ich nach dem Handy greife.

Wenn ich wissen will,
was gerade ist.

Wenn ich innerlich schon dabei bin,
etwas zu lenken.


Dann halte ich an.


Und frage mich:

👉 Will ich gerade wirklich wissen?
👉 Oder will ich nur Kontrolle?


Das ist ein Unterschied.

Ein verdammt großer.


Ein verdammt großer.

Ich muss nicht mehr alles im Griff haben.

Ich muss nicht mehr alles lenken.


Und genau dort…

beginnt Vertrauen.


Nicht in den anderen.


In mich.
Und in das Leben.


Im nächsten Teil liest du:
Co-Abhängigkeit zeigt sich in Angst – nicht in Liebe

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