Mei Lem & meine Gschichtln 2025/26

Jahresrückblick 2025 & Ausblick 2026
2025 war kein Jahr zum Schönreden.
Es war ein Jahr zum Hinsehen.
Und das tut weh.
Nicht, weil das Leben grausam wäre –
sondern weil ich mir selbst nicht mehr ausgewichen bin.
Ich bin in meine Tiefe gegangen.
Nicht in eine spirituelle Tiefe zum Vorzeigen.
Sondern in meine.
Dorthin, wo nichts glänzt, wo nichts erklärt werden kann,
wo keine Ausrede mehr trägt.
2025 hat mir unmissverständlich gezeigt:
Es geht um mich. Nur um mich.
Nicht um die anderen.
Nicht um ihre Geschichten.
Nicht um ihre Wunden.
Nicht um ihre Sicht auf mich.
Ich habe das Spiegelprinzip nicht verstanden –
ich habe es angenommen.
Und dann integriert.
Nicht als Methode.
Sondern als Haltung.
Alles, was mir begegnet ist,
hat mit mir zu tun.
Punkt.
Die Muster kamen aus der Kindheit.
Aus Nähe, die keine war.
Aus Liebe, die an Bedingungen geknüpft war.
Aus einer narzisstischen Prägung,
die Schuld und Scham als Erziehungsmittel verwendet hat.
Und ich habe lange geglaubt,
dass ich mich anpassen muss,
dass ich mich zurücknehmen muss,
dass ich kleiner werden muss,
um geliebt zu werden.
Bullshit.
2025 war das Jahr,
in dem ich das verbrannt habe.
Ich habe losgelassen:
- Schuld, die nie meine war
- Scham, die ich getragen habe, um andere zu schützen
- Enttäuschung, in alle Richtungen
- Menschen aus meinem engsten Umfeld
- – nicht im Hass, sondern im Abschied von der Hoffnung
- mein Kleinmachen
- meine Ängste, als Steuerungsinstrument
- mein Zurücknehmen, um zu gefallen
Das war kein sanfter Prozess.
Das war ein Feuer.
Ich habe Dinge niedergebrannt,
die ich lange „Familie“, „Loyalität“ oder „Spiritualität“ genannt habe.
Und was übrig blieb,
war kein Trümmerfeld.
Es war Raum.
2025 war auch das Jahr,
in dem ich das Männliche in mir entdeckt, angenommen
und begonnen habe zu integrieren.
Nicht gegen das Weibliche.
Sondern für das Weibliche.
Ich liebe meine weiblichen Anteile.
Ich pflege sie.
Ich lebe sie.
Aber als Mann.
Nicht mehr haltlos.
Nicht mehr suchend.
Nicht mehr bittend.
Und genau deshalb bin ich offen
für ein echtes Weib mir gegenüber.
Nicht aus Bedürftigkeit.
Sondern aus Begegnung.
Ich brauche niemanden mehr,
um ganz zu sein.
Und genau deshalb kann Begegnung entstehen.
Was 2025 in mir gereift ist,
musste ich mir nicht erarbeiten:
- Selbstwert
- echte Herzoffenheit – ohne Selbstaufgabe
- Urvertrauen, dass alles richtig ist, so wie es ist
- Ich bin.
- Ich darf sein und tun.
Und vor allem:
Die Veränderung bin ich.
2026 ist kein Jahr der Beweise.
Kein Jahr des Erklärens.
Kein Jahr des Sich-Rechtfertigens.
2026 ist Verkörperung.
Ich bin Entwicklung und Reife(ung).
Ich nehme mich an als das, was ich bin –
und stehe dazu.
Ich zeige mich.
Wie ein Phönix steige ich aus der Asche dessen,
was ich bewusst verbrannt habe.
Ich streife die Asche ab.
Nicht dramatisch.
Nicht pathetisch.
Ich erhebe mich.
Ich öffne mich weiter.
Ich bin der Raum, der hält.
Mich.
Begegnung.
Wahrheit.
Ich steige empor.
Du willst urteilen?
Mach das.
Du willst mich einordnen?
Viel Spaß.
Du willst mich bewerten?
Bitte gern.
Aber lass mich damit in Ruh!
Ich bin frei.
Und ich gehe.