nackig no. 3

nackig no. 3 – Ich bin meine Heilung
Es gab eine Zeit,
da habe ich mich über meine Wunden definiert.
Nicht bewusst.
Aber spürbar.
Sie erklärten,
warum ich reagierte,
warum ich fühlte,
warum ich suchte,
warum ich manchmal nicht bleiben konnte.
Heute ist das anders.
Ich bin meine Heilung.
Meine Wunden haben mich hierher geführt.
Sie waren der Weg,
nicht das Ziel.
Lehrer, keine Identität.
Hinweise, keine Definition.
Ich habe gelernt,
sie zu würdigen,
ohne in ihnen wohnen zu bleiben.
Sie zu verstehen,
ohne sie immer wieder erklären zu müssen.
Was früher wehgetan hat,
hat sich verwandelt.
In Klarheit.
In Mitgefühl.
In Verantwortung für mich selbst.
Meine Geschichte endet nicht bei der Wunde.
Sie beginnt dort,
wo ich aufgehört habe,
mich über sie zu definieren.
Heute stehe ich hier
nicht trotz meiner Verletzungen,
sondern durch sie.
Und dennoch:
Sie gehören zur Vergangenheit.
Nicht zu meinem heutigen Selbst.
Ich bin meine Heilung.
Nicht fertig.
Nicht perfekt.
Aber bewusst gewählt.
Und wenn du spürst,
dass du deine Wunden längst kennst,
aber noch nicht ganz weißt,
wie du aus ihnen heraustrittst –
dann begleite ich dich gern.
Dorthin, wo Erkenntnis zu Freiheit wird.
Und Heilung nicht mehr gesucht,
sondern gelebt wird.
Das hier ist nackig.
Und manchmal ist der größte Schritt
nicht das Erinnern,
sondern das Weitergehen.