gegenseitig no. 5
Bewusste gegenseitige Präsenz – Satz 2
Tragen, ohne zu retten
Manchmal wird es zu viel.
Nicht nur für Frauen.
Auch für Männer.
Überforderung zeigt sich unterschiedlich,
aber sie hat denselben Kern:
Ich trage mehr, als mir gerade guttut.
In reifer Gegenseitigkeit geht es nicht darum,
dem anderen etwas abzunehmen,
um selbst stärker zu sein.
Es geht darum, Last teilbar zu machen,
ohne Verantwortung zu verschieben.
Ein bewusster Mann sieht,
wenn eine Frau zu viel trägt,
und sagt nicht:
Ich regle das für dich.
Sondern:
„Gib mir etwas davon ab.
Du musst nicht alles allein tragen.“
Nicht als Hilfe.
Sondern als Haltung.
Verantwortung, die sich wie Schutz anfühlt.
Und genauso gibt es Momente,
in denen der Mann selbst überfordert ist.
Still. Nach innen gekehrt.
Tragend – bis es schwer wird.
Hier zeigt sich die weibliche Seite von Gegenseitigkeit.
Nicht durch Aktion.
Nicht durch Lösungen.
Sondern durch einen Satz,
der Halt gibt, ohne zu übernehmen:
„Du musst da nicht alleine durch.“
Kein Ziehen.
Kein Antreiben.
Kein Retten.
Nur Begleitung.
Nur Präsenz.
Nur Bleiben.
So entsteht ein Feld,
in dem beide tragen dürfen
und keiner zusammenbricht.
Schutz trifft Halt.
Verantwortung trifft Vertrauen.
Das ist Gegenseitigkeit.
Nicht als Konzept.
Sondern als gelebte Reife.





